Archiv für Mai 2012

Blockupy Frankfurt: Versprochen, gehalten? – Erklärung der iL

Als kleine Nachbetrachtung der Blockupy-Tage will ich hier eine Erklärung der iL per copy-paste posten (originalquelle hier):

Dies ist eine nüchterne Bilanz, wir kennen unsere Grenzen. Wir wissen, dass sie enger gesteckt sind als wir uns das wünschen. Wir wollten mehr sein, wollten häufiger den entscheidenden Schritt voraus sein. Wir haben uns viel mehr Zelte auf den Plätzen gewünscht, für längere Zeit. Wir hatten eine Vielzahl von Versammlungen und Treffen vorbereitet, von Gelegenheiten zum freien Austausch und zur freien Debatte. Die Gewalt der Verbote und die Gewalt derer, die sie umsetzten, haben uns daran gehindert.

Blockupy Frankfurt war nur ein Anfang. Ein Anfang aber ist das, was augenblicklich wiederholt werden kann, immer wieder neu. Darauf haben wir vertraut, daran haben wir geglaubt, mit vielen anderen. Das haben wir nun möglich gemacht.

Das haben Kapital, Staat und deren Gewaltapparat gewusst und mit ihren Mitteln verhindern wollen. This is what democracy looks like: ein doppeltes Antlitz. Ihres und unseres. Das haben alle gesehen. Aus dieser Erfahrung haben viele ihre Schlüsse gezogen, andere werden ihnen morgen folgen.

Kapital, Staat und deren Gewaltapparat werden auch morgen noch da sein. Wir auch. Wir kommen wieder. Wir sehen uns in Frankfurt, in Rom, in Athen, in Barcelona, in Tunis. Make capitalism history. Weltweit. Versprochen.

Danke an alle, die mit uns waren und sein werden.

Interventionistische Linke, 20. Mai 2012.

Noch ein öffnend, abschließender Allgemeinplätz von mir:
Das Spiel ist noch nicht vorbei bzw. vor dem Spiel ist nach dem Spiel.

Moody dreht die Eskalationsspirale

Die zugegbenermaßen etwas steile These aus der Überschrift Moodys drehe an der Eskalationsspirale hat einen grundsätzlichen und einen aktuellen Beleg bzw Auslöser. Moodys ist hier als repräsentatives Beispiel zu verstehen, Fitch oder S&P sind weder besser noch schlimmer. Der aktuelle Auslöser liegt darin, dass Moodys sich am Montag die Freiheit genommen hat mal eben 26 italienische Banken herabgestuft hat. Nicht das ihr mich falsch versteht, ich verteidige hier nicht die armen, unschuldigen Banken/BänkerInner. Mit Blick auf das aktuelle Krisendrehbuch (Krisendrehbuch klingt nach Verschwörungstheorie, ist aber durchaus kein Spinnerei, vgl. z.B. Nobelpreisträger Krugmann hier) ist die Herabstufung vermutlich sogar gerechtfertigt. Was hier zu kritisieren ist, ist aber das 26 Banken auf einen Schlag herabgestuft werden, manche gleich um 4 Stufen.
Und für diese Massenabfertigung gibt es keinerlei Rechtfertigung. Solch ein Verhalten hat den Charakter einer selffulfilling prophecy. Hier wird durch die Verlautbarung die Situation sei unsicher der Fakt geschaffen, dass die Situation uinsicher ist. Klar ist auch: Es gibt Profiteure von der dieser Unsicherheit. Und das führt mich auf gradem Wege zur grundsätzlichen Begründung meiner Überschriftsthese: Ratingagenturen sind zu mächtig. Und sie sind nicht zu mächtig, weil sie irgendwie zwingend notwendig zu einer marktwirtschaftlichen Ordnung gehören würden. Sie sind so (Über)mächtig, weil Ihnen die Macht gegeben wurde. Und hier kommt der Beleg für meinen Beleg bzw. ein kleiner Werbeblock für eine ausführliche, wissenschaftliche Analyse der gewordenheit und des daseins der Ratingagenturen von Werner Rugemer in den Blättern (hier).
So hier ist jetzt die Stelle an der das ausgewogene Fazit steht: Das ganze System ist krank. Institutionen, die (bestenfalls) geschaffen wurde, um Unsicherheiten zu vermeiden, tragen zur Verschärfung, ja sogar zur Schaffung von Unsicherheiten bei. Doch es reicht nicht, nur Banken und Ratingagenturen neuen („besseren“) Regeln zu unterwerfen. Es geht darum, ein System zu unterwerfen, das davon lebt Menschen zu unterwerfen. Es bleibt das Ziel von einer Gesellschaft in der die Freiheit jedes Einzelnen die Bedingungen der Freiheit aller wird.

Invasion of the Austerions

via gibt es einen netten comic, der sich auf humorvolle weise mit der aktuellen EURO SCHEIßE NEOLIBERALEN BULLSHIT OHNE RESTE ÖKONOMISCHEN VERSTANDES auseinandersetzt. Trotz des ernsten Themas, durchaus zum schmuzeln. Alle die sich gegen die Invasion wehren wollen: BLOCKUPY von mittwoch bis samstag, infos hier.
Invasion of the Austerions via dailykos

„Wir brauchen ein Protektorat“

Hier ist es ja deutlich stiller geworden, dafür möchte ich die Qualität und/oder den Nachrichtenwert der posts zu erhöhen. Ein kleiner Beitrag dazu via Feynsin:

Im Januar sprach ich vom “Protektorat Südost”, nachdem Griechenland nicht nur ein “Ministerpräsident” von Goldman Sachs vorgesetzt wurde, sondern auch mit einer faktischen Entmachtung von Regierung und Parlament geliebäugelt wurde – zugunsten eines “Sparkommissars”. Bitter genug, wenn man sich genötigt sieht, so zu formulieren. Entsetzlich, wenn das Kapital dazu übergeht, dergleichen offen zu fordern. Thomas Straubhaar gebührt die Ehre, öffentlich nach dem Gauleiter zu rufen und wortwörtlich die Errichtung eines “Protektorates” Griechenland zu verlangen. Wie es bei den neoliberalen Wirrköpfen und ihrem psychotischen Neusprech üblich ist, liefert er auch noch die schizophrene Begleitmusik dazu:
“Das bedarf diplomatischen Fingerspitzengefühls, um nationalen Stolz, Eitelkeiten und den Widerstand von Interessengruppen bei der Neugründung Griechenlands zu überwinden.”

Na wenn das mal nicht offen und ehrlich den asozialen, autoritären und agressiven „Klassenkampf von oben“ propagiert, was dann?!? Btw. Protektorat ist nur rhetorisch aber nicht inhaltlich eine Verschärfung Angis Marktkonformer Demokratien. Die Diktatur des Kapitals ist leider ein Sachzwang.




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