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Unsere Gedanken, wahrscheinlich auch unsere Wahrnehmung sind durch Sprache strukturiert. Es mag Ausnahmen geben, Gefühle und Erlebnisse die ihre Qualität dadurch erhalte, dass sie sich eben nicht in Sprachkorsette zwängen lassen. In diesem Blog geht es mir immer mehr oder weniger um Politik. Beides zusammen gedacht, legt nahe eine Betrachtung der Sprache des politischen zu schreiben, oder besser eine Betrachtung der Prozesse, die Sprache politisch macht und nebenbei noch darüber nachzudenken was Politik mit Sprache macht. Weil ich aber nicht so clever bin, soll diese Einleitung zugegebenermaßen nur darauf hinleiten, dass jemand anderes das bereits getan hat:

Kann politische Sprache die Menschen noch erreichen? Lutz Hachmeister, Anna-Katharina Meßmer und Kai Burkhardt haben am Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) mit Unterstützung der Stiftung Mercator die Entwicklung politischer Leitbegriffe erforscht.

Anhand von Personen und Begriffen (wie könnte es anders sein), wird dort ein Stück deutscher Politikgeschichte informativ und unterhaltsam nachgezeichnet. Ich bin zwar nicht mit allem einverstanden, was sie entwickeln, alles in allem aber scheint mir ihr Essay jedoch spannend genug um mich mal wieder aufzuraffen und hier rumzutrollen, bzw. eine Leseempfehlung auszusprechen.
Die Motivation zu dieser Leseempfehlung entspringt ihrem Fazit, dem ich nicht wiedersprechen möchte, ganz im Gegenteil:

Weit entfernt scheinen die Tage von Willy Brandts „Schreibbüro“. Wenn Regierung und parlamentarische Parteien über keine strategischen Orte verfügen, in denen die politischen Leitbegriffe gesetzt und gewogen werden, werden jedenfalls andere gesellschaftliche Gruppen und Bewegungen die Grammatik des Politischen bestimmen.

Jedoch lese ich aus ihrem Fazit aus dem Zusammenhang mit dem davorstehenden etwas Unzufriedenheit, ja Wehmut heraus, das Verlangen nach Regierungen und parlamentarischen Parteien, die politische Leitbegriffe setzen, die Angst andere gesellschaftliche Gruppen und Bewegungen könnten die Grammatik des Politischen bestimmen. Bei mir kommt da keine Wehmut auf. Vielmehr zeigt sich dort ein Stück konkreter Utopie, die Schwäche der politischen Kaste schenkt „uns“ die Freiheit, das und wie Politik gedacht wird wieder anzueignen. Wenn die herrschende Sprache bis jetzt immer die Sprache der herrschenden war (frei nach K.M. ;D), so versetzt die Sprachlosigkeit der Herrschenden die beherrschten in die Lage, eine eigene Sprache, eigene Gedanken zu entwickeln. Zu doof nur das die politische Kaste nicht herrscht, es wäre zu schön gewesen. Wenn ich mal zu viel Zeit hab, werde ich das ganze mal systematischer durchdenken und in einen Text weben.





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